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Wie KI die Steuerberatung verändert
Wird KI Steuerberater ersetzen? Eine Frage, die sich viele junge Menschen stellen, die über eine Karriere in der Steuerberatung nachdenken. Schließlich hält KI zunehmend Einzug in Unternehmen und übernimmt Aufgaben, die bislang von Menschen erledigt wurden. Auch die Steuerberatung befindet sich im Wandel. Digitale Prozesse und KI-Anwendungen verändern den Arbeitsalltag in Kanzleien. Doch bedeutet das automatisch, dass Steuerfachangestellte und -berater künftig weniger gebraucht werden? Die kurze Antwort lautet: Nein. Vielmehr verändert KI die Art und Weise, wie gearbeitet wird und schafft Raum für Aufgaben, bei denen Fachwissen, Beratungskompetenz und menschliches Urteilsvermögen wichtiger werden.
Dieser Blogbeitrag gibt Antworten auf die Fragen:
Wie verändert sich die Steuerbranche?
Welche Aufgaben übernimmt KI und welche der Mensch?
Welche Kompetenzen sind zukünftig gefragt?
Wie sind die Zukunftsaussichten?
KI verändert die Steuerberatungsbranche bereits heute
KI ist längst kein Zukunftsthema mehr und ist in vielen Kanzleien fester Bestandteil des Arbeitsalltags. Laut DATEV-Seismografen (eine regelmäßige Befragung von DATEV-Mitgliedern) arbeitet inzwischen rund ein Viertel der Steuerberaterinnen und Steuerberater regelmäßig mit generativer KI. Tendenz steigend. KI-gestützte Werkzeuge werden von Kanzleien vor allem für die Ausführung folgender Tätigkeiten genutzt:
Belegerfassung
Vorkontierung
Entwürfe für Einsprüche gegen Steuerbescheide
Recherche in Kommentaren und Datenbanken
Kommunikation mit Mandanten
Vorbereitung von Jahresabschlüssen
Die Frage ist daher nicht mehr, ob KI genutzt wird, sondern welche Aufgaben bereits von KI ausgeführt werden und welche nach wie vor vom Menschen übernommen werden. Fest steht: KI wird die Arbeitsweise in Kanzleien zunehmend verändern.
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„KI wird den Steuerberater oder die Steuerfachkraft nicht ersetzen, aber viele Tätigkeiten verändern.“
Sebastian Gruber, Steuerberater und Fachkoordinator Talententwicklung & Steuercoach bei Treukontax
Welche Aufgaben KI heute bereits übernimmt
Generative KI ermöglicht vor allem die Automatisierung von standardisierten und routinemäßigen Aufgaben und ermöglicht einen schnellen Zugriff auf Wissen. Die Entscheidungen und die Verantwortung für die Ergebnisse bleiben allerdings nach wie vor beim Menschen. Und auch bei komplexen steuerlichen Fragestellungen, der individuellen Beratung und der persönlichen Mandantenbeziehung wird der Steuerberater nicht von KI ersetzt werden können.
Die Frage lautet daher nicht, ob sich der Beruf verändert, sondern wie diese Veränderung konkret aussieht.

Vom Sachbearbeiter zum Berater: Das Berufsbild der Zukunft
Der größte Wandel betrifft nicht die Existenz des Berufs, sondern dessen Schwerpunkt. Der Deutsche Steuerberaterverband beschreibt es wie folgt: Die Steuerberatung wandelt sich zu einem hybriden Beruf zwischen Recht, Technologie, Daten und Strategie. Weg von reinem Fachwissen hin zu einem vernetzten Rollenverständnis.
Sebastian Gruber fasst es wie folgt zusammen: „Aus dem klassischen Sachbearbeiter wird stärker ein Prüfer, Koordinator und Qualitätsmanager. Es geht weniger um die Frage, wie ich Daten erfassen kann, sondern ob die Ergebnisse plausibel und richtig sind. Genau deshalb wird fachliches Verständnis weiterhin unverzichtbar bleiben.“
Diese Fähigkeiten werden in Zukunft immer wichtiger
Mit dem Wandel des Berufsbilds verändern sich auch die Anforderungen an Fachkräfte. Wichtig werden vier Kompetenz-Bereiche:
Steuerliches Fachwissen
Das steuerliche Fachwissen eines Steuerberaters oder eines Steuerfachangestellten bleibt nach wie vor wichtig und ist die Grundlage für jede Beratung. Denn wer die fachlichen Grundlagen nicht beherrscht, kann auch die Ergebnisse einer KI nicht beurteilen und richtig einordnen.
Digitale Kompetenz sowie Daten- und KI-Kompetenz
Immer wichtiger wird ein Verständnis für Technologie und digitale Kompetenzen. Steuerfachangestellte und Steuerberater müssen verstehen, wie digitale Prozesse funktionieren, wie man Daten auswertet, strategisch interpretiert und wie man KI sinnvoll einsetzt. Außerdem ist es wichtig, die Ergebnisse von KI-Anwendungen kritisch zu hinterfragen und fachlich einzuordnen. Die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) nennt ausdrücklich digitale Kompetenzen, Datenverständnis, KI-Kompetenz und die Fähigkeit zur kritischen Bewertung von KI-Ergebnissen als zentrale Zukunftskompetenzen.
Kommunikationsfähigkeit
Ein Punkt, der häufig unterschätzt, aber immer wichtiger wird, ist Kommunikation. Gerade, wenn es darum geht, komplexe Zusammenhänge und Sachverhalte verständlich zu erklären, ist kommunikative Stärke eine Kernkompetenz und schafft Vertrauen. „Wir arbeiten in einem Vertrauensberuf. Mandanten möchten nicht nur Zahlen erhalten, sondern diese auch verstehen“, hebt Sebastian Gruber den Aspekt hervor.
Offenheit für Veränderung
Durch den Einsatz von KI entstehen neue Aufgabenfelder im Hinblick auf die Überwachung, Steuerung und Optimierung von KI-Prozessen. Dadurch verschieben sich wiederum Rollen im Team und der Arbeitsalltag jedes einzelnen Mitarbeitenden. Die Offenheit gegenüber neuen Technologien, der Mut zu Veränderung und auch die Bereitschaft zur Weiterentwicklung sind essenziell für die Produktivität in solchen Umstellungsprozessen. Wer neugierig und offen für neue Technologien ist, kann Veränderungen aktiv mitgestalten und von neuen Entwicklungsmöglichkeiten profitieren.
Warum Beratung und persönliche Betreuung wichtiger werden
Mandanten werden zukünftig viele Informationen und Antworten auf ihre Fragen mithilfe von KI abrufen können. Möglicherweise können sie sogar irgendwann in Echtzeit beobachten, wie sich ihr Unternehmen entwickelt oder welche steuerlichen Auswirkungen bestimmte Entscheidungen haben können. Was sie dann aber nach wie vor benötigen, ist jemand, der die Informationen für sie validiert und einordnet – eine Vertrauensperson. Gerade bei wichtigen Entscheidungen im Leben eines Landwirts oder einer Unternehmerin, beispielsweise bei Hofübergaben, Unternehmensnachfolgen, Umstrukturierungen oder Investitionen, wird Vertrauen eine wichtige Rolle spielen.
„Kein Mandant möchte in solchen Situationen ausschließlich mit einer Maschine sprechen. Er möchte mit einem Menschen sprechen, der seine Situation versteht, Risiken erklärt, Alternativen aufzeigt und Verantwortung übernimmt. Beratung, Empathie und persönliche Betreuung werden zukünftig nochmal wichtiger als heute“, teilt Sebastian Gruber seine Einschätzung.
Der Faktor Mensch bleibt also wichtig. Und genau deshalb sind und bleiben die Karrierechancen in der Branche attraktiv.
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Gute Zukunftsperspektiven für Berufseinsteiger
Wie in den bisherigen Abschnitten deutlich wurde, macht KI Arbeitskräfte nicht überflüssig, sondern die Arbeit von Steuerfachangestellten und Steuerberatern anspruchsvoller. „Für gut ausgebildete Fachkräfte sehe ich keine Gefahr, sondern eher eine Chance“, kommentiert Sebastian Gruber die Zukunftsaussichten. Nachwuchskräften rät er, sich mit KI zu beschäftigen und keine Angst davor zu haben. Die Technologie ist da und hält Einzug im Arbeitsleben, ob wir sie nun nutzen oder nicht. Wer heute in die Steuerberatungsbranche einsteigt, sollte deshalb neugierig sein, digitale Werkzeuge ausprobieren und offen für Veränderungen bleiben. Gleichzeitig ist das steuerliche Fachwissen unerlässlich. Am Ende werden diejenigen erfolgreich sein, die beides miteinander verbinden können. Fachliche Kompetenz und ein souveräner Umgang mit modernen Technologien wie KI.
Auch Arbeitgeber sind hier gefordert. Denn vor allem junge Arbeitskräfte werden sich Unternehmen bzw. Kanzleien suchen, die die Digitalisierung nicht nur auf dem Papier predigen, sondern tatsächlich leben. „Die Kanzleien, die KI und Digitalisierung sinnvoll einsetzen, werden ihren Mitarbeitenden künftig die spannendsten Entwicklungsmöglichkeiten bieten“, gibt Sebastian Gruber einen Ausblick.
Bei Treukontax setzen wir heute schon an verschiedenen Stellen KI-Tools ein und haben ein KI-Steuerungsboard bestehend aus elf Mitarbeitenden gegründet, um auf die neuesten Entwicklungen in der KI-Welt reagieren zu können. So schaffen wir individuelle Lösungen und bieten einen modernen, sicheren und zukunftsfähigen Arbeitsplatz.
Fazit
Um noch einmal auf die Eingangsfrage zurückzukommen – hat der Beruf Steuerberater Zukunft? Die Antwort lautet: Ja. KI verändert die Steuerbranche nachhaltig. Wer zukunftsfähig bleiben will, ist offen gegenüber der neuen Technologie und nutzt KI als Werkzeug bzw. Sparringspartner. Routineaufgaben werden zunehmend automatisiert, große Datenmengen effizient ausgewertet, Recherchen beschleunigt und somit Kapazitäten freigemacht für die eigentliche Beratungstätigkeit. Das Berufsbild verändert sich vom Bearbeiter zum Berater und wer heute in die Steuerberatung einsteigt, hat vielversprechende Zukunftsaussichten. Die Zukunft der Steuerberatung bedeutet nicht Mensch oder KI, sondern liegt in ihrem Zusammenspiel.
Sebastian Gruber fasst es wie folgt zusammen: „KI wird die Steuerberatung stark verändern. Sie wird uns viele Routinetätigkeiten abnehmen und unsere Arbeit effizienter machen. Aber sie wird Fachwissen, Erfahrung, Verantwortungsbewusstsein und Vertrauen nicht ersetzen.“