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Hohe Kosten, Ertragsausfälle und niedrige Erzeugerpreise bringen viele landwirtschaftliche Betriebe unter Druck. Besonders angespannt ist die Lage derzeit unter anderem in der Schweinehaltung und im Ackerbau. Wie lassen sich Liquiditätsengpässe frühzeitig erkennen? Welche Kennzahlen sind entscheidend? Und wie können Betriebsleiter gegensteuern?
Auf einen Blick
In Teilen der Landwirtschaft verschärft sich die Liquiditätslage durch hohe Kosten, Ertragsausfälle und niedrige Erzeugerpreise.
Ein positiver steuerlicher Gewinn bedeutet nicht automatisch, dass ausreichend Geld für laufende Verpflichtungen vorhanden ist.
Liquiditätsplanung und betriebswirtschaftliche Kennzahlen helfen, finanzielle Engpässe sichtbar zu machen.
Eine fundierte Betriebsanalyse schafft die Grundlage, um rechtzeitig geeignete Handlungsoptionen zu entwickeln.
Wenn finanzielle Spielräume schwinden: Die Lage spitzt sich zu
Für zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe wird die finanzielle Situation zunehmend schwierig. Besonders in der Schweinehaltung und im Ackerbau treffen hohe Produktionskosten auf niedrige Erzeugerpreise beziehungsweise Ertragsausfälle. Gleichzeitig müssen Kredite bedient, Betriebsmittel bezahlt und laufende Verpflichtungen erfüllt werden.
Wie ernst die Lage ist, zeigt eine aktuelle Initiative des Bayerischen Bauernverbands. Bei einer Tagung der Kreisobmänner im Oktober 2026 forderten die Vertreter kurzfristige staatliche Hilfen. Insbesondere die Liquidität der Schweinehalter müsse gesichert werden.
Doch unabhängig von möglichen Unterstützungsmaßnahmen stellt sich für jeden Betriebsleiter eine entscheidende Frage: Wie lange reichen die verfügbaren Mittel, um sämtliche Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen?
Warum ein guter Gewinn nicht vor Liquiditätsproblemen schützt
Viele Betriebe haben in wirtschaftlich stärkeren Jahren investiert – beispielsweise in Maschinen oder Stallgebäude. Die daraus entstandenen Finanzierungsverpflichtungen bestehen weiter, auch wenn die Erlöse inzwischen deutlich niedriger ausfallen.
Hinzu kommen mögliche Steuernachzahlungen aus vergangenen, ertragreichen Wirtschaftsjahren.
„Der Fokus muss sich vom Gewinn auf dem Papier hin zum tatsächlichen Zahlungsmittelüberschuss verschieben“, erklärt Dr. Sebastian Auburger, Experte für betriebswirtschaftliche Beratung bei Treukontax.
Denn der steuerliche Gewinn und die tatsächliche Zahlungsfähigkeit sind zwei unterschiedliche Größen. Abschreibungen, Kredittilgungen, Investitionen oder Bestandsveränderungen können dazu führen, dass Gewinn und verfügbare Liquidität erheblich voneinander abweichen.
Die richtigen Kennzahlen geben Orientierung
Wer finanzielle Engpässe vermeiden oder rechtzeitig darauf reagieren möchte, muss seine Zahlungsströme kennen. Eine Liquiditätsplanung zeigt, welche Einnahmen in den kommenden Wochen und Monaten zu erwarten sind und welche Ausgaben anstehen.
Wichtige Fragen sind beispielsweise:
Reichen die erwarteten Einzahlungen aus, um laufende Kosten und Kreditverpflichtungen zu decken?
Welche finanziellen Reserven stehen zur Verfügung?
Wie verändern sich die Zahlungsüberschüsse bei weiter sinkenden Erzeugerpreisen?
Welche größeren Zahlungen oder Investitionen stehen bevor?
Gerade bei komplexen Betrieben mit mehreren Produktionszweigen reichen die Zahlen des Gesamtbetriebs häufig nicht aus. Betriebszweigauswertungen und Vergleiche mit ähnlich strukturierten Betrieben können zusätzliche Erkenntnisse liefern.
Frühzeitig gegensteuern – Handlungsspielräume erhalten
Zeichnen sich Liquiditätsengpässe ab, kommt es darauf an, frühzeitig zu handeln. Eine fundierte Analyse zeigt, welche finanziellen Belastungen besonders ins Gewicht fallen und welche Möglichkeiten bestehen, darauf zu reagieren.
Dazu können beispielsweise die Überprüfung geplanter Investitionen, die Anpassung von Zahlungs- und Finanzierungsplänen oder eine genauere Analyse der Kosten einzelner Betriebszweige gehören. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt immer von der individuellen Situation des Betriebs ab.
Besondere Bedeutung kommt langfristigen Investitionsentscheidungen zu. Landwirtschaftliche Gebäude und Anlagen binden häufig über Jahrzehnte Kapital und lassen sich später nur eingeschränkt anderweitig nutzen.
Deshalb sollten mögliche Preisentwicklungen, Finanzierungskosten und wirtschaftliche Risiken bereits vor einer Investition sorgfältig durchgerechnet werden.
Mit betriebswirtschaftlicher Beratung Klarheit gewinnen
Die Betriebsberatung von Treukontax unterstützt landwirtschaftliche Unternehmer dabei, ihre wirtschaftliche Situation realistisch einzuschätzen und frühzeitig Handlungsmöglichkeiten zu erkennen.
Mit einer Finanz- und Liquiditätsplanung analysieren unsere Experten die aktuelle Finanzierungssituation, die Zahlungsströme und die voraussichtliche Entwicklung der verfügbaren Mittel. So lässt sich erkennen, wann finanzielle Engpässe drohen und welche Ursachen dahinterstehen. Betriebsvergleiche helfen zusätzlich, die eigene Kosten- und Erlösstruktur einzuordnen und Verbesserungspotenziale aufzudecken.
Zeigt die Analyse Handlungsbedarf, entwickeln unsere Berater gemeinsam mit den Betriebsleitern individuelle Lösungsansätze. Dazu kann auch die Vorbereitung und Begleitung von Bankgesprächen gehören, etwa wenn bestehende Finanzierungen überprüft oder angepasst werden müssen.
„Zunächst sollte geklärt werden, ob sich das Bauchgefühl auch in Zahlen niederschlägt“, erläutert Dr. Sebastian Auburger. Auf dieser Grundlage lassen sich wirtschaftliche Entscheidungen fundierter treffen und vorhandene Handlungsspielräume gezielter nutzen.
Liquidität unter Druck? Wir unterstützen Sie.
Ob Finanz- und Liquiditätsplanung, Betriebsvergleich oder die Vorbereitung von Bankgesprächen: Die Betriebsberater von Treukontax helfen Ihnen, Ihre wirtschaftliche Situation zu analysieren, Ursachen für Liquiditätsengpässe zu erkennen und passende Handlungsoptionen zu entwickeln.
Sprechen Sie mit Ihrem Treukontax-Berater über die Möglichkeiten für Ihren Betrieb.
Weitere Informationen zu unserem Angebot finden Sie hier: https://treukontax.de/beratung-leistung/betriebsberatung/